01.05.2004

= Außerordentlicher Bienenkongress auf Schloss Langenburg
Am Erfolg des ersten Bienenkongresses in Langenburg - 1. Mai 2004 - soll angeknüpft werden
Nach dem Erfolg des außerordentlichen Bienenkongresses auf Schloss Langenburg wird künftig jährlich ein Bienenkongress im Rahmen des wandernden Buckfast-Bienenkonvents „Hohe Schule der Buckfastbiene“ (Klausurtagungen hinter Klostermauern; Kloster Schöntal, St. Peter, Bronnbach u.a. – der Fachwelt vorbehalten) stattfinden. Dom Daniel Smyth OSB, der das Erbe des legendären Bruder Adam Kehrle, dem Züchter der Buckfastbiene, weiterführt, und Andreas Stöhr vom Schlosswald-Bienengut in Oberrot vereinbarten aufgrund des Erfolges, künftig jährlich einen Bienenkongress  auszurichten. Dies geschieht in Anerkennung und Würdigung des Lebenswerkes von Bruder Adam und Prof. Dr. Ludwig Armbruster. Der Benediktinermönch Kehrle gründete seine Buckfast-Zucht auf Armbrusters Forschung am Bieneninstitut an der Universität Berlin. Die Nazis schassten den Professor mangels Parteibuch in den 30er Jahren aus dem Amt. Bruder Adam setzte Armbrusters theoretische Arbeit praktisch um. Der Klosterimkermeister hinterließ eine 70-jährige Erfahrung als Buckfast-Züchter. Der Benediktinermönch reiste weltweit, um die Zuchtergebnisse zu optimieren. Daniel Smyth hütet und entwickelt ihn weiter. Die Buckfastbiene gilt als schwarmträge und sehr sanftmütige Biene. Ihr Stammsitz ist die Buckfast-Abtei in Großbritannien, dem Arbeitsplatz des Klosterimkermeisters, der 1996 starb. Adam Kehrle stammt aus Württemberg und kam als Bub armer Leute in das Kloster. Heute leitet der Biologe Dr. Dhafer Benham die Abteilung für Bienenzucht von Buckfast Abbey. Dom Daniel Smyth OSB kam 1979 zu den Benediktinern nach Buckfast Abbey und ist seit September 1989 in der Bienenzuchtabteilung. Er arbeitete noch sieben Jahre mit Bruder Adam. Sein Besuch in Langenburg zum ersten Bienenkongress war der erste in Deutschland. Smyth wird auch bei den kommenden Kongressen anwesend sein. Die Schirrmherrschaft übernimmt weiterhin Ihre Durchlaucht die Fürstin zu Hohenlohe-Langenburg. Die Wahl fiel auf das Kleinod Schloss Langenburg in Hohenlohe, zumal die Hohenloher Fürstenlinie nach England führt, dem Sitz der Buckfast-Abtei.

Dom Daniel Smyth OSB hat einen Großteil seines Vortrages auf die frühen Tage der Bienenzucht im Kloster verwendet, um den Zuhörern nahe zu bringen, wie Adam sein Wissen von Father Maurice Massey und Mitbruder Columban erlernte.
Hier ein Auszug vom Schluss seines Vortrages ins Deutsche übersetzt:

„ ... Gemeinsam mit seinem gottgegebenen Naturtalent wurde er zum gefeierten Bienenvater, den die Welt kennen und lieben lernte. Sein Genie bestand nicht im Wissen um die Komplexität der Genetik der Bienen, sondern vielmehr darin, das Verständnis für sie und den Umgang mit ihnen zu beherrschen. Er verstand die Bienen auf eine solche Art und Weise, wie es nur die Arbeit mit ihnen, über einen Zeitraum von mehr als 70 Jahren, bringen kann. Seine scharfsinnigen Beobachtungen ihres Verhaltens lehrte er allen, die mit ihm zusammenarbeiteten; Mönche und Laienbrüdern gleichermaßen. Mein Lehrer und Mentor, Herr Peter Donovan, der unbekannte Held der Abteilung Bienenzucht der Buckfast Abbey und Mitarbeiter Bruder Adam´s, hat dieses Wissen ebenfalls an mich weitergegeben. Außerdem haben wir Zuwachs von Dr. Dhafer Benham von Baghdad bekommen, der schon durch viele Veröffentlichungen über Genetik und Pathologie der Biene bekannt wurde. Somit ist die Zukunft der Buckfastbiene am Kloster Buckfast bestens gesichert.

Von seitens unserer Abtei Buckfast haben wir nie behauptet, dass unsere Buckfastbiene oder unsere Arbeitsweise die Beste und einzig Wahre sei. Dies entspräche nicht dem benediktinischen Ethos. Bruder Adams erklärtes Ziel war es immer die Bienenhaltung zu einem Vergnügen und nicht zu einer Strafe zu machen. Dies ist die Grundlage der Bienenzucht und der Bienenhaltung. Es ist einzig die Beobachtung der Bienen, die dem Imker erlaubt, zu verstehen was im Stock vorgeht. Man hat mir gesagt, dass Bienen keine Bücher lesen. Sie wissen nicht, dass ihre Flügel eine bestimmte Länge oder Breite haben sollten. Auch ihre Farbe kümmert sie nicht. Sie haben sich über einen Zeitraum von über 50 Millionen Jahren entwickelt. Bruder Adam und Peter Donovan haben mir ebenfalls beigebracht, dass die Bienen bestens organisiert sind. Wir Imker sind es, die oftmals schlecht organisiert sind. Peter Donovan hat eine wunderbare Beschreibung eines Bienenvolkes: „Ein Bienenstock ist wie ein Buch, jede Wabe ist eine Seite dieses Buches und erzählt uns was im Volk stimmig oder unstimmig ist.“

Adams Genie bzw. Gabe war es, dass er Probleme auf praktischem Wege löste. Davon könnte so mancher Imker heute noch lernen. Er hatte sich bereits zur Ruhe gesetzt, als sich der Ausbruch der Varroamilbe in anderen Ländern ankündigte. Nichtsdestotrotz sah er ihre Verbreitung in England, verursacht durch unvorsichtige Bienenimporte, bereits kommen. Seiner Ansicht nach mussten schlechte Imker aufgeben, während gute Imker, die eine aufmerksame Landwirtschaft betreiben, überleben würden. Er hielt Kontakt zu seinen europäischen Freunden, die die Varroamilbe bereits hatten und vertrat stets die Ansicht, dass nur die Biene selbst die richtige Lösung parat haben würde. Als unsere Bienen im Jahr 1992 vom Landwirtschaftsministerium getestet wurden, stellte man mit Erstaunen fest, dass die Bienen einiger Buckfastlinien die Milben entzweigebissen hatten. Es ist eine typische Charakteristik reinrassiger Buckfastbienen, dass sie sich gegenseitig pflegen und sehr reinlich sind. Ein Doktor des Landwirtschaftsministeriums erstellte wissenschaftliche Tests mit einigen Buckfastvölkern und stellte fest, dass manche von ihnen Varroatolerant waren. Dies zeigt sich heute noch, da Peter Donovan Bruder Adams selektive Bienenzucht weiter ausgearbeitet hat. ...

Wenn ich Ihnen jedoch den Einfluss Bruder Adams auf das Wesen der Biene an sich zusammenfassen sollte, muss ich Ihnen sagen, verzweifeln Sie nicht, es gibt diesen Einfluss nicht. Weder Bruder Adam, noch Father Maurice Massey noch Bruder Columban besaßen einen Einfluss auf Verluste: Manchmal, wenn ein Volk stirbt, hängt dies mehr mit der Natur zusammen. Bienen leben in ihrer eigenen Insektenwelt, in der nur die Stärksten überleben. Es entscheiden die Gesetze der Natur. Wir müssen davon Abstand nehmen, die Bienen mit menschlichen Attributen zu versehen. Sie sind keine Menschen. Bruder Adam war niemals sentimental, wenn es um seine Bienen ging, obwohl sie Geschöpfe Gottes sind und großer Sorgfalt bedürfen. Wir müssen vermeiden zu sentimental und überwachend zu sein. Die Bienen  werden ihren eigenen Weg gehen, was immer auch der Imker unternimmt oder unterläßt!

Zu guter Letzt: Tun Sie es wie Bruder Adam, beobachten Sie ihre Bienen, studieren Sie sie; wenn Sie dies tun, werden Sie sie besser verstehen. ... Behandeln Sie Ihre Völker nicht zutode. Helfen Sie den Bienen sich selbst zu helfen und töten Sie sie nicht mit Liebenswürdigkeiten. ...

Ich wünsche Ihnen allen Erfolg des Lebens! Gott sei mit Euch!

Programm:
1. außerordentlicher Bienenkongress des Schlosswald - Bienengutes
unter der Schirmherrschaft
Ihrer Durchlaucht der Fürstin zu Hohenlohe – Langenburg
im Rahmen der
10jährigen Kooperation
Stöhr & Stecher
und
des 160jährigen Bestehens der
Schlossberg - Altkellerei ”Heiligenwald “
am
1. Mai 2004
auf
Schloss Langenburg
im
”Vier Jahreszeitensaal “

Programm, Samstag 1. Mai 2004

Durch das Programm führt und moderiert:
Patricia Schmid / Medienwissenschaftlerin

13:00 Uhr - Einlass / 13:30 Uhr - Beginn

13:30 - 14:00 Uhr
Eröffnung & Geistliches Chorkonzert
Serbisch–Orthodoxer S a k r a l c h o r  S t u t t g a r t
Künstlerische Leitung: Chordirektor Sascha Vrabac
Ensemblemitglied des Opernchors des Staatstheaters Stuttgart

14:00 - 14:15 Uhr
Ansprache unter der Schirmherrschaft
Ihrer Durchlaucht der Fürstin zu Hohenlohe – Langenburg
Grußwort:
Andreas Stöhr & Daniel Stecher
Ltg. Schloßwald - Bienengut © Altkellerei ”Heiligenwald “

14:15 - 14:45 Uhr
Thema:
” 700 Jahre Weinbau auf Burg Schaubeck “
Peter Albrecht / Kellermeister
Verwalter des in Deutschland bzgl. Barrique-Ausbau federführenden
W e i n g u t s  G r a f  A d e l m a n n  auf Burg Schaubeck

14:45 - 15:15 Uhr
Thema: ” Der Wald, die eigentliche Heimat und einer der wichtigsten Trachtquellen der Honigbienen! “
Hubert Schick / Dipl. Forstingenieur (FH)
Leiter der ” Fürstlichen Forstverwaltung “ zu Hohenlohe-Langenburg

15:15 - 15:45 Uhr
Thema:
” Der geniale züchterische Einfluss auf die Honigbiene durch Prof. Dr. Ludwig Armbruster und Bruder Adam! “
Hans Beer / Fachagrarwirt, Imkermeister u. Bienenphilosoph
Buckfastberufsimkerei in Heideck bei Nürnberg / Bayern
Vize - Vorsitzender der ehemaligen europäischen Gemeinschaft der Buckfastimker zur Zeiten Bruder Adams

15:45 - 16:30 Uhr
Große Pause! Tipp: Schloss - Cafe im Rosengarten!

16:30 - 16:45 Uhr
Solokonzert für Cello & Klavier
Constantin Meier / Cellist & Yuko Imada / Pianistin

16:45 - 17:15 Uhr
Thema:
” Die Bedeutung des Honigs in der heutigen Ernährung und Naturheilkunde! “
Dr. Bernhard Fritsche
Heilpraktiker, Psychotherapeut und Psychoanalytiker
Gastprofessur für Philosophie und Psychologie an der
Eberhard-Karls-Universität in Tübingen

17:15 - 17:30 Uhr
Solokonzert für Gesang & Klavier
Friederike Brucklacher / Sopranistin & Yuko Imada / Pianistin

17:30 - 18:00 Uhr
Thema:
” Die Honigbiene, ein Symboltier? “
Landdekan Pfarrer Slobodan Miljevic
Dekan der Schweiz und Württemberg; Diözesanratsmitglied der
S e r b i s c h - O r t h o d o x e n  D i ö z e s e  f ü r   M i t t e l e u r o p a  mit Bistumssitz in Hildesheim - Himmelsthür

18:00 - 18:15 Uhr
Solokonzert für Baßposaune & Klavier
Thomas Stöhr / Bassposaunist & Yuko Imada / Pianistin

18:15 - 19:00 Uhr
Thema:
"Wie wird heute die renommierteste Klosterimkerei der Welt nach Bruder Adam weitergeführt? “
A u s l a n d s g a s t: Dom Daniel Smyth OSB
Bee Department of Buckfast Abbey / Devon / Great Britain

19:00 - 19:30 Uhr / E n d e
Abschluss & Geistliches Chorkonzert
Serbisch–Orthodoxer  S a k r a l c h o r  S t u t t g a r t
Künstlerische Leitung: Chordirektor Sascha Vrabac

= Kunstvoller Sakralgesang: Serbisch-Orthodoxer Sakralchor Stuttgart „Heiliger Lazarus“ auf Schloss Langenburg Serbisch-Orthodoxe Diözese für Mitteleuropa Die Arbeit an der Sakralmusik der Serbisch-Orthodoxen Kirche war immer schon so befriedigend wie deren vorgelebtes Kulturgut. Die Last der jüngsten Vergangenheit hat in den ehemaligen serbischen Kriegsgebieten Hass und Leid bis zum heutigen Tage herbeigeführt. Dies wird auch zukünftig auf die Gemüter der nächstfolgenden Generationen des benachbarten, modernen, machtlos zuschauenden Europäers und der in Deutschland lebenden Serben drücken. Das Schicksal vieler unschuldiger Menschen schlich sich in die wehrlosen Seelen und die grausamen Kriegsbilder bspw. vom Kosovo taten das Ihre, um die Stimmung im Serbisch-Orthodoxen Sakralchor auf ein gewichtetes Unerträgliches zu verdichten.

Dazu kam die Pluralität der verschiedenen Meinungen aus dem geistlichen und weltlichen Lager. Es war ein Ringen um Luft und um Licht. Dennoch, oder gerade deshalb, war es eine unvergessliche Zeit. Es gab Momente, in denen der Atem und die Zeit stillstand. Heute wird im Sinne der Versöhnung - ”Gründe uns im Frieden“ - das über mehrere Jahrhunderte hinweg übermittelte ”Sakrale Kulturgut“ der Serbisch - Orthodoxen Kirche erst recht von uns Europäern wahrgenommen und sozusagen neu entdeckt. Die Renaissance hat wieder Einkehr gefunden! Ist es doch der kulturelle, sakrale Kunstgesang, der immerwährend in unseren Gotteshäusern von neuem einkehrt und uns Christenheit zurückbesinnt auf das Wesentliche des vergänglichen Lebens.

Kunstvoller Sakralgesang - für Gott hingegebene Gesangsstimmen
Wer denkt hier nicht an weit ausladende Ornamente, verschnörkelte, imposante Architektur vergangener Epochen. Wie erhebt sich das Herz, wenn es dich, Unendlicher, denkt! Im prachtvoll aufrauschenden, krönenden Barock wird bspw. die volle Herrlichkeit hörbar. Nicht immer reichen unsere Ohren aus, um auch die großen serbischen Komponisten zu fühlen und zu verstehen. Die Komponisten wie Stevan Mokranjac saßen an der Quelle, aus der wir heute noch trinken. Die Mächtigkeit der Höhepunkte tönen wie ein brausendes, versprechendes Meer. Mag auch noch Herrlicheres kommen, verehren wir die Väter jenes serbisch, musikalisch, geistlichen Kulturgutes und jener sakralen Kunstepoche. Ziehen wir ein in ihre Heiligtümer, stimmen an, nicht zu unserem Lobe, sondern zum Lobe Gottes, der sie und uns geschaffen hat.

Die serbisch, musikalischen und künstlerischen Juwelen des Sakralgesangs, die uns bis auf den heutigen Tag erhalten blieben, sind aus einem tiefen Glauben heraus ohne Notentext von Generation zu Generation weitergereicht worden. Viele Werke geistlicher Musik, die aus dem Erlebnis irdischer Vergänglichkeit und religiöser Jenseitshoffnung entstanden sind, wurden erst durch weltliche Komponisten vergangener Stilepochen aufgegriffen und mit deren Hilfe notengemäß niedergeschrieben. Die Zeit hat sich nicht geändert, nur die Menschen. Von daher sind wohl solche Sakralchorklänge des serbisch orthodoxen Kirchenliedguts, die die Anbetung des Herrn verkörpern und zu jener kompositorischen Stilepoche entstanden sind, heute dem Einzelnen nicht mehr greifbar.

Die geistlichen Komponisten dieser Zeit, so möchten wir es deuten, verstehen wir nur dann, wenn nicht nur Noten, Taktstriche und Vortragszeichen interpretiert werden. Der Serbisch - Orthodoxe Sakralchor Stuttgart ist Meister seines Faches, er versteht es, dass ein dynamisches Gesamtbild entsteht, was auch der eigentliche Sinn jener Stilepoche war und ist. Lassen auch wir über unser Leben ein Gesamtbild entstehen, seien wir nicht wie ein Schilfrohr, das vom Wind hin- und hergetrieben wird. Richten wir unser Leben auf den aus, der es uns gegeben hat. Lassen wir uns von einem tiefen Glauben wie dem unserer Väter führen, verheißungsvoll das erfahren, was wir in der Glorie des Sakralgesangs empfinden. - Gründe uns im Frieden! -

Projektmanagement
Direktion Schlosswald-Bienengut